Günter Weingarten
Diakon Günter H. Weingarten ist seit 1997 Mitglied im Brüder- und Schwesternrat, seit 2016 Mitglied im Seniorenbeirat der Gemeinschaft. Foto: Anja Kruse

Eine Begebenheit aus den siebziger Jahren erinnert Günter Weingarten aus Bad Essen.

„Wunder gibt es immer wieder, heute und auch morgen, können sie gescheh’n“ – sang Katja Ebstein 1970 beim Song Contest Eurovision für Deutschland.
Vergebung – und damit ein Neuanfang – ist auch heute möglich.

Günter H. Weingarten, Diakon u. ehem. Brüderältester der ‚Diakonischen Brüder- und Schwesternschaft Wittekindshof‘, aus Bad Essen.


Bärbel Fünfsinn, 1962, Theologin und Sängerin, war lange Zeit als Lateinamerikareferentin in der  
ev. Nordkirche in Hamburg und arbeitet nun als Lehrerin Foto: Matthais Grosse

Bärbel Fünfsinn ist gerade aus Kolumbien zurück gekommen, da beginnt in Deutschland und Weltweit die Corona-Krise. Jeden Tag denk sie an die Freund in Kolumbien, ihre Gedanken sind dort und die Sorge wie es ihrer Freundin Ulrike und Menschen in Kolumbien geht, wächst. Sie berichtet und ruft auf zur Hilfe.

Die Ewige ist mein Licht- CD

Die Ewige ist mein Licht- CD – hören Sie hier den Titelsong

Die CD: Die EWIGE ist mein Licht, morderne und alte Psalmen, gibts es bei ihr zu bestellen für 15€,

www.baerbelfuenfsinn.com

Michael Göcking
Michael Göcking, Pfarrbeauftragter in Wellingholzhausen

Sophie Scholl glaubte zunächst wie ihr zweieinhalb Jahre älterer Bruder Hans Scholl an das von den Nationalsozialisten propagierte Gemeinschaftsideal und trat 1934 dem Bund Deutscher Mädel (BDM) bei. Sie engagierte sich für ihre Jungmädel-Gruppe und wurde Scharführerin.
Sophie veranstaltete wie ihr Bruder Mutproben und Härtetests, um sich und den anderen das Äußerste abzuverlangen. Später wandte sie sich von den Jugendorganisationen der NSDAP ab. Nach dem „Reichsparteitag der Ehre“ 1936 nahm sie zusammen mit ihrem Bruder Hans am Gruppenleben der Deutschen Jungenschaft vom 1. November 1929 (kurz „dj.1.11“) teil, einem von Eberhard Koebel gegründeten Jugendbund, der in der Frühphase des Dritten Reiches versuchte, trotz Verbot noch weiterzuexistieren.

Von RyanHulin - Eigenes Werk

Von RyanHulin – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0,

Im Herbst 1937 wurde Sophie zusammen mit ihren Geschwistern für einige Stunden verhaftet, weil ihr Bruder Hans wegen fortgesetztem Engagement in der Bündischen Jugend verfolgt wurde. (Quelle: Wikipedia)

Michael Göcking hat ein paar Gedanken zum Jahrestag

Barbara Wegmann
Barbara Wegmann, Journalistin, Münster

Wer hätte das vor wenigen Wochen gedacht, dass unser Leben sich so grundlegend verändern könnte, dass wir gezwungen sind, gewohnte Strukturen zu verlassen und erst einmal von lieb gewonnenen Gewohnheiten uns verabschieden, ja oftmals den Job, die Arbeit ruhen lassen zu müssen. Das trifft viele Menschen hart, manche haben jetzt Existenzängste, andere wiederum sind verunsichert, weil sie gar nicht wissen, was sie mit ihrer ‚neuen Zeit‘ anfangen sollen. Wieder andere empfinden große Einsamkeit, fühlen sich allein gelassen, weil plötzlich die Menschen aus ihrem gewohnten Alltag nicht mehr da sind. Der Staat zeigt sich stark, aber: die eigentlich Starken, das sind wir alle, wir, die wir letztlich damit fertig werden müssen und lernen müssen damit umzugehen. Wie lange, das weiß im Moment niemand
„Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.“ – Das soll Martin Luther gesagt haben. Wieviel Optimismus liegt darin! Lassen wir uns davon anstecken. Ich habe das in den letzten Tagen an mir selbst erlebt: wenn man erst einmal die Tatsachen, die sich draußen vor der Haustür jetzt abspielen akzeptiert, Tatsachen, die einfach unabänderlich sind zur Zeit, dann fallen einem plötzlich tausend Dinge ein, die man immer schon tun wollte, eine Schublade aufräumen, einen Brief schreiben, Fotos sortieren, ein Buch lesen oder ein gutes Konzert hören, die Ruhe, die Entspannung, die Zeitlosigkeit einfach zulassen. Versuchen sie es doch einfach einmal. Belasten sie sich nicht zu sehr mit all den auf uns herabprasselnden Nachrichten, schaffen sie sich ihre eigenen Aufgaben, kleine neue Ziele, wenn die geplanten nun gestrichen wurden, machen sie ihren Balkon hübsch, wenn schon die Reise auf eine Insel nicht möglich ist, lassen sie die Trauer über Unmögliches nicht zu, aber machen sie alle Herzenstüren weit auf für all das, was möglich ist.

Ich erinnere mich gern in einer solchen Situation an meinen Vater, der Chemiker war und Hobbyorganist. Als er pensioniert wurde, erfolgte wenige Jahre später eine Bein-Amputation aufgrund seiner Diabetes, mit dem Orgelspielen war es dann auch aus. Tiefe Traurigkeit, eine Zeit lang. Als ich ihn dann eines Tages besuchte, sagte er, komm mal mit auf den Balkon. Dort standen rund 10 kleine Blumentöpfchen, beschriftet mit den Kernen, die er gepflanzt hatte, Apfel, Apfelsine, Pfirsich, Zitrone, Sonnenblumen, ich weiß es nicht mehr, war aber überrascht. Mein Vater und Blumentöpfe? Woran ich mich aber erinnere, das ist sein glückliches, optimistisches Gesicht, denn jeden Tag schaute er mit Ende 70 nach seinen Blumentöpfen, las plötzlich viel über Pflanzen und Anbau, und war stolz wie Bolle, als das erste zarte Grün herauskam.
Lassen sie es uns auch so machen: Hoffnung und Glauben, das sind zwei starke Kräfte, ich möchte in diesen Tagen eine dritte hinzufügen: die Kreativität, das auf das Leben neugierig bleiben. Passen Sie gut auf sich auf!