Bärbel Fünfsinn, 1962, Theologin und Sängerin, war lange Zeit als Lateinamerikareferentin in der  
ev. Nordkirche in Hamburg und arbeitet nun als Lehrerin Foto: Matthais Grosse

Bärbel Fünfsinn ist gerade aus Kolumbien zurück gekommen, da beginnt in Deutschland und Weltweit die Corona-Krise. Jeden Tag denk sie an die Freund in Kolumbien, ihre Gedanken sind dort und die Sorge wie es ihrer Freundin Ulrike und Menschen in Kolumbien geht, wächst. Sie berichtet und ruft auf zur Hilfe.

Die Ewige ist mein Licht- CD

Die Ewige ist mein Licht- CD – hören Sie hier den Titelsong

Die CD: Die EWIGE ist mein Licht, morderne und alte Psalmen, gibts es bei ihr zu bestellen für 15€,

www.baerbelfuenfsinn.com

Gerd Knuth, Mangement des Coro Gospel de Cuba,
Gerd Knuth, Mangement des Coro Gospel de Cuba

Hier lese ich es gerade: From Servant To Savior

Die Radisson Hotelkette und die Hawai’i Hotel Association haben Racasa, 52als Mitarbeiter des Jahres ausgezeichnet. Der Artikel in der Zeitung Hawaii News Now ist nicht ganz frisch – und eigentlich, was ist an dieser Auszeichnung so wichtig?

Die Überschrift macht neugierig. Also lese ich weiter.

Racasa sei ein Mann der wenigen Worte, wenn er über sein Geschenk an Walter Nishioka spricht. Der gebürtige Philippiner sagte, er wolle dem Land, das ihm so viel gegeben habe, „etwas zurückgeben“.

Die Mitarbeiter zeigen sich von Racasas Großzügigkeit nicht überrascht. Der Generaldirektor des Hotels Prince Waikiki – Honolulu erklärt, Racasa habe ein phänomenales Talent dafür, sich die Namen der Kunden, ihre Herkunft und ihre üblichen Bestellungen zu merken.

Das wußte offenbar auch Walter Nishioka aus eigener Erfahrung, und dass der Service in dem Hotel auf Hawaii gut war; er brunchte jeden Mittwoch dort. Wie gut er wirklich war, stellte er fest, als ihm etwas angeboten wurde, das definitiv nicht auf der Speisekarte stand – die Niere des Kellners!

Was war geschehen?

Nishioka war ein ortsansässiger Geschäftsmann um die siebzig und er war schwer nierenkrank. Die Ärzte hatten ihm gesagt, dass er dringend eine Spenderniere brauche. Er hatte schon fast aufgegeben, ein passendes Organ zu finden, als der Kellner, Jose Rocasa, ihm eine seiner Nieren anbot.

Nishioka sagte, „Ich hatte nicht mehr viel Zeit und die Ärzte sagten, es sei unwahrscheinlich, dass ich rechtzeitig einen geeigneten Spender finden würden. Aber mit diesem guten Mann hier und mit viel Hilfe von oben, lebe ich und es geht mir gut.“

In den zweiundzwanzig Jahren, die Walter Nishioka das Hotel besuchte, wurde er immer von Jose Rosaca bedient. Rocasa erinnerte sich, dass er immer freundlich und liebenswürdig gewesen war – und großzügig Trinkgeld gab. „Ich wollte ihm einfach helfen“, sagte er. „Jahrelang hatten wir diese Art Freundschaft, in der er zum Lunch kam und ich mich um ihn kümmerte und dafür sorgte, dass er sich wohl fühlte. Und er behandelte mich im Gegenzug immer freundlich. Da sage ich natürlich, „Machen Sie sich keine Sorgen – Sie können eine von meinen Nieren haben.“

Nach den Operationen sagt die Hotelleitung: „Wir unterstützen Jose, indem wir ihm so viel Zeit geben, wie er braucht. Jetzt ist er etwa einen Monat lang beurlaubt, und wenn er mehr Zeit braucht, geben wir ihm alle Zeit, die er dafür braucht.

Jetzt werden diese beiden Männer mehr Zeit haben, sich gegenseitig kennen zu lernen.

Walter Nishioka ergänzt: „Er ist wie mein Bruder. Nun, jetzt bin ich Japaner, jetzt bin ich halb Filipino.“

Rosaca  bleibt gelassen „Ich glaube, jeder kann es schaffen, das richtige Timing im richtigen Moment“

Michael Göcking
Michael Göcking, Pfarrbeauftragter in Wellingholzhausen

Sophie Scholl glaubte zunächst wie ihr zweieinhalb Jahre älterer Bruder Hans Scholl an das von den Nationalsozialisten propagierte Gemeinschaftsideal und trat 1934 dem Bund Deutscher Mädel (BDM) bei. Sie engagierte sich für ihre Jungmädel-Gruppe und wurde Scharführerin.
Sophie veranstaltete wie ihr Bruder Mutproben und Härtetests, um sich und den anderen das Äußerste abzuverlangen. Später wandte sie sich von den Jugendorganisationen der NSDAP ab. Nach dem „Reichsparteitag der Ehre“ 1936 nahm sie zusammen mit ihrem Bruder Hans am Gruppenleben der Deutschen Jungenschaft vom 1. November 1929 (kurz „dj.1.11“) teil, einem von Eberhard Koebel gegründeten Jugendbund, der in der Frühphase des Dritten Reiches versuchte, trotz Verbot noch weiterzuexistieren.

Von RyanHulin - Eigenes Werk

Von RyanHulin – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0,

Im Herbst 1937 wurde Sophie zusammen mit ihren Geschwistern für einige Stunden verhaftet, weil ihr Bruder Hans wegen fortgesetztem Engagement in der Bündischen Jugend verfolgt wurde. (Quelle: Wikipedia)

Michael Göcking hat ein paar Gedanken zum Jahrestag

Seitdem ich blind bin, und das bin ich seit 37 Jahren, treibt mich die dahinterstehende Augen Erkrankung um, manchmal auch vor sich her.

Ab und zu muss ich zum Arzt, werde immer mal wieder an einem der Augen operiert. Doch ich habe gelernt damit umzugehen und trotzdem zufrieden zu sein.

Wie das geht? Ich habe eine liebe Frau und eine große Familie.

Die Enkelkinder vermissen uns, schreiben uns elektronisch, wie gern sie bei uns wären, im Garten, auf dem Grundstück.

Meine Blindheit ist dabei kein Thema, warum auch. Jeder hat inzwischen gelernt,

damit umzugehen. Nur ich selbst bin ab und zu traurig, frustriert,

weil die Krankheit mich einfach nicht loslässt.

Aber dann ruft meine Frau, und es gibt wichtigeres zu tun,

als über meine Schwächen zu grübeln und sich zu grämen.

Jetzt sind meine Stärken gefragt!

Am besten hilft mir dabei gegen den Frust,

ein Buch nach dem anderen zu schreiben.

Dies habe ich für mich rechtzeitig nach der Erblindung entdeckt,

seitdem ich in meinem Beruf nicht mehr arbeiten kann.

Also schreibe ich und die Zeit vergeht, und die Familie wächst weiter.

So weiß ich auch, wer meine Bücher demnächst einmal lesen wird:

meine Kinder und meine Enkel. Dafür lohnt sich fast jede Mühe.

Kürzlich fiel mir ein Gedicht ein, dass meine Situation

trotz aller Mühen und die Gesundheit knapp zusammenfasst.

Hier ist es:

Annika Ernst, Saxophonistin I Instrumental-Pädagogin

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:  Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;  töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit;  weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;  Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit;  suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit;  zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.

Gedanken dazu von Annika Ernst, Exter

Friedhelm Vetter / Hamburg

Ich liebe Auto-Scooter fahren. Wenn irgendwo die Gelegenheit ist, setze
ich mich mit Begeisterung in diese eiförmigen Schleuderkisten. Damit ist
alles erlaubt, was ich mit meinem Auto besser nicht mache. Und das
beste: Es gibt nur zwei Zustände: Vollgas oder stehen bleiben. Also heize
ich wie ein Wilder quer über die Fläche, finde mich irgendwann mitten in
einem Pulk Gleichgesinnter wieder und freue mich wie ein Schneekönig,
wenn ich meinen Nachbarn voll in die Seite rammen kann.
Auf meiner Heimfahrt werde ich dann wieder zum braven
Verkehrsteilnehmer, blinke rechtzeitig vor der Ampel und lächele dem
Polizisten an der Straßenecke freundlich zu.
Auto-Scooter fahren und im Straßenverkehr unterwegs sein sind eben
zwei Dinge: Auto-Scooter fahren macht Spaß, Auto fahren hingegen soll
mich ans gewünschte Ziel bringen.
Genauso sieht’s mit meinem Leben aus: Ich kann durch’s Leben
schleudern. Immer drauf, egal was kommt. Das macht Spaß. Aber ich
muss mit Schrammen und Blessuren rechnen. Und außerdem drehe ich
mich nur im Kreis oder bleibe irgendwo eingekeilt stecken. Die
Alternative: das Leben zielorientiert fahren. Ein Vorbild könnte der
damalige König David aus Israel sein. Der sagt: „Gott, ich brauche dich
jetzt, um mal richtig zu leben. So, wie du es für mich vorgesehen hast,
führe mich durch deine Kraft, das macht Spaß und ist krass. Dann werde
ich sehen, wie du Felsen bewegst, wie du meinen Weg lenkst…“
Also: Nicht ich reiße wild am Steuer meines Lebens. Sondern Gott ist der
Pilot.
Heißt die Parole also: Leb‘ schön ordentlich und fromm …? Ich glaube, es
ist wichtig, den feinen Unterschied zu sehen. Gott ist kein Spielverderber.
Er gönnt uns den Spaß. Jesus hat gern rauschende Feste gefeiert und
sogar für neuen Wein gesorgt, als der alte alle war. Derselbe Gott freut
sich aber eben auch über Menschen wie David, die bei ihm Orientierung
für den grundsätzlichen Kurs ihres Lebens suchen. Ich glaube: Jesus würde
heute mit mir Auto-Scooter fahren. Wir hätten viel Spaß und anschließend
sicherlich noch ein gutes Gespräch.

Professor Peter Schallenberg aus Mönchengladbach denkt über die Zu- und Umstände in dieser Zeit nach. Was ist wirklich wichtig im Moment? Nehmen wir uns Zeit um dem Nachzuforschen.

Msgr. Prof. Dr. habil.
Peter Schallenberg

Msgr. Prof. Dr. habil. Peter Schallenberg (Jahrgang 1963) studierte Theologie und Philosophie in Paderborn und Rom, dort wurde er 1988 zum Priester geweiht. Im Februar 2004 wurde er zum Kaplan seiner Heiligkeit (Monsignore) ernannt. Im gleichen Jahr wurde er Professor für Moraltheologie und Christliche Sozialwissenschaften an der Theologischen Fakultät Fulda. Seit 2008 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Moraltheologie an der Theologischen Fakultät Paderborn. Parallel dazu leitet er seit 2010 als Direktor die Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle (KSZ) in Mönchengladbach. Die KSZ ist eine Einrichtung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit steht die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit sozialen und gesellschaftspolitischen Fragen auf der Grundlage der Katholischen Soziallehre und der Christlichen Sozialethik. Neben der Veranstaltung von Tagungen – auch im internationalen Rahmen und in Zusammenarbeit mit den katholischen Sozialverbänden – publiziert die KSZ auch eine Vielzahl von Schriften (nähere Informationen unter: www.ksz.de) . Neben einer Vielzahl von Beraterfunktionen – u.a. bei der deutschen Bischofskonferenz und namhaften Verbänden – ist Peter Schallenberg auch seit 2019 Mitglied des von Papst Franziskus neugegründeten Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen.

Michael Göcking erzählt vom Projekt Baumpaten in Wellingholzhausen.

Ein schönes Projekt in dieser turbulenten Zeit.